Resilienz

Resiliente Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch in schwierigen Situationen und unter hoher Belastung flexibel handeln können, gute Entscheidungen treffen und optimistisch in die Zukunft sehen. Resilienz ist allerdings keine Persönlichkeitseigenschaft, sondern eine dynamische Stärke: Sie entsteht aus dem individuellen Zusammenspiel der sieben Säulen der Resilienz sowie äußeren Einflüssen. Ein Blick auf die eigene Resilienz ist somit immer nur eine Momentaufnahme – und erfreulicherweise ist sie, wie unsere Muskeln, trainierbar.

Dies sind die sieben, wissenschaftlich belegten Faktoren, die unsere Resilienzfähigkeit ausmachen:

Akzeptanz

Optimismus

Eigenverantwortung

Verbundenheit

Selbstwirksamkeit

Lösungsorientierung

Zukunftszugewandtheit

Was bedeutet Resilienz konkret?

Resilienz bedeutet nicht, dass dich nichts mehr aus der Bahn wirft.
Es bedeutet:

  • Du findest nach Belastungen wieder in deine Kraft zurück.
  • Du kannst Krisen nutzen, um daran zu wachsen.
  • Du triffst auch unter Druck stimmige Entscheidungen.
  • Du vertraust darauf, dass du Herausforderungen bewältigen kannst.

Warum die sieben Säulen trainierbar sind:

  • Unser Gehirn ist lernfähig – neuronale Plastizität macht es möglich, neue Denk- und Verhaltensmuster aufzubauen.
  • Resiliente Haltungen (z.B. Optimismus, Lösungsorientierung) können Schritt für Schritt erlernt und eingeübt werden.
  • Schon kleine, regelmäßig wiederholte Veränderungen im Alltag haben langfristig große Wirkung.

Kleiner Resilienz-Boost: Alltagstaugliche Übungen 

Übung 1: Box-Atmung

Atme in vier gleich langen Phasen – je 4 Sekunden:
 Einatmen – Halten – Ausatmen – Halten.
Mehrmals wiederholen.
👉 Beruhigt Herzschlag & Nervensystem und bringt dich schnell zurück in Klarheit.

 

Übung 2: Augenfokus-Übung

Verschränke die Hände hinter dem Kopf.
 Schau geradeaus und bewege nur deine Augen langsam in die äußersten Winkel – zuerst nach links, dann nach rechts.
 👉 Auf jeder Seite ca. 60 Sekunden halten. Aktiviert den Vagusnerv & beruhigt das Nervensystem.


Übung 3: Selbstmassage

Lege beide Handflächen seitlich an den Hals und streiche mit sanften, kreisenden Bewegungen von den Ohren zu den Schultern.
 👉 Löst Spannungen, beruhigt Herz & Atmung und unterstützt die Selbstregulation.


Übung 4: Zyklisches Seufzen

Atme zweimal kurz hintereinander durch die Nase ein – erst tief in den Bauch, dann ein kleiner Nachzug in den Brustkorb. Dann langsam und vollständig über die leicht geöffneten Lippen ausatmen.
 👉 Senkt CO₂, löst Spannung und sorgt in wenigen Atemzügen für spürbare Ruhe.


Übung 5: Summen oder Singen

Summe ruhige Töne (oder singe die Vokale A, O oder U) oder ein einfaches Lied.
 👉 Die Vibration im Hals stimuliert den Vagusnerv und fördert Ruhe & Verbundenheit.


Übung 6: Imaginationen

Der Körper unterscheidet nicht zwischen real und vorgestellt.
 Nutze innere Bilder, die dir guttun – sie aktivieren die gleichen Netzwerke wie echte Erlebnisse.
 👉 Führt zu tiefer Entspannung & stärkt deine Selbstregulation.


Übung 7:  Der 30-Sekunden-Lichtblick

Schließe die Augen und erinnere dich an etwas, das in den letzten 24 Stunden gut war – egal wie klein.
 👉 Wiederhole: „Auch kleine gute Momente zählen.“


Übung 8:  Radikale Realität

Schreibe drei Dinge auf, die du nicht ändern kannst.
Dann drei Dinge, die du doch beeinflussen kannst.
👉 Wandert den Fokus zurück in die Handlungsfähigkeit.

Körperanker

Lege beide Hände auf dein Brustbein. Atme langsam ein.
 Sage innerlich: „Es ist, wie es ist – ich bin trotzdem handlungsfähig.“


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